RAFFAEL - Die Heilige Familie mit dem Lamm von 1504
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Katalog B - Nicht ausgestellte Gemälde

 

Kat. Nr. B 1
Italienischer Meister, 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts
Die Heilige Familie mit dem Lamm

Pappelholz, 27,8 x 22,3 cm
Verbleib unbekannt

Abbildung 29
Abbildung 29
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Kopie nach Raffael, Die Hl. Familie mit dem Lamm,
ehem. Schloß Reinhartshausen


Slg. Principe di Salerno, Neapel (?); ca. 1840-1870 Slg. Conte Carlo di Castelbarco-Albani, Mailand; Slg. Baldeschi, Rom; Slg. Königin Marianne der Niederlande; Auktion Graupe, Berlin um 1930; Slg. Prinz Heinrich von Preußen, Schloß Reinhartshausen

Die von der Forschung allgemein hoch eingeschätzte Kopie folgt in ihrer Anlage dem Bild in Angers (Kat. Nr. 2) sehr getreu. In ihren Abmessungen von 27,8 x 22,3 cm ist sie kleiner als die Gemälde in Madrid und Angers; im Vergleich zum Lee-Gemälde (Kat. Nr. 1) fehlen der blumenübersäte Vordergrund und ein großer Teil der Himmelszone. Am unteren Bildrand wird das Bein des Lammes überschnitten, der kaum sichtbare Blumenflor entspricht etwa den Exemplaren Lee und Angers. Direkte Beziehungen zum Angers-Bild sind weiterhin im hauchdünnen Schleier Mariens, in der Wiedergabe der Bäume links und rechts von Joseph sowie des „Baumes im Rücken Josephs“ mit seiner charakteristischen Gabelung zu erkennen. Die Landschaft im Hintergrund mit ihren Gebäuden ist sehr fein ausgeführt und gibt alle Details (Kirchenbau, Kastell auf dem Berg, Türme und baumumstandenes Haus in der Ferne, Staffagefiguren der „Flucht nach Ägypten“ u.a.) im Sinne des Lee- und des Prado-Gemäldes wieder. (Diese Partien sind im Angers-Bild weniger gut erhalten.) Die Köpfe der Maria, des Joseph und des Kindes entsprechen in ihrem Ausdruck recht genau denen des Bildes in Angers.
Es scheint also, daß diese in ihrer Qualität herausragende Kopie in einem engen Zusammenhang mit der in Raffaels Atelier entstandenen Fassung in Angers steht. Der Maler Friedrich Overbeck (1789 Lübeck - 1869 Rom) betrachtete sie als Original von Raffaels Hand (Ausst. Kat. Stuttgart 1959). In der Forschung seit 1883 wird stets ihre Nähe zum Bild in Madrid bzw. zum Lee-Gemälde hervorgehoben, die jedoch beide den „Baum im Rücken Josephs“ nicht zeigen. O. Fischel (1948) bezeichnete das Gemälde als „gute Kopie des 16. Jahrhunderts“; L. Dussler (1966) grenzte die Entstehungszeit auf die 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts ein. Wahrscheinlich entstand die Kopie noch früher, etwa im 1. Viertel bzw. im 1. Drittel des 16. Jahrhunderts, im Umkreis oder in der Nachfolge Raffaels.

Stich von Fernando Lasinio (vgl. Kat. Nr. C 4).

Lit.: G. Vallardi, Notizie sopra un dipinto di Raffaele rappresentante la Sacra Famiglia in riposo posseduto dalla nobile famiglia di Castelbarco, Mailand 1842, passim – J. A. Crowe - G. B. Cavalcaselle, 1883, S. 268 Anm.* – (Th. Musper), Ausst. Kat. Meisterwerke aus baden-württembergischen Privatbesitz, Stuttgart 1958, S. 64/65 Nr. 152 – L. Dussler, 1966, S. 44 – L. Dussler, 1971, S. 11, 53 – J. M. Lehmann, 1980, S. 212 – J. M. Lehmann, 1987, S. 12-13 – J. Meyer zur Capellen, 1989, S. 100, 109 Anm. 11 – C. Pedretti, 1989, S. 60 Anm. 1 – Annette Dopatka-Saltenberger, Das Kunstmuseum Reinhartshausen der Prinzessin Marianne der Niederlande in Erbach im Rheingau, MA-Uni Frankfurt/M., Prof. Kiesow, SS 1989


Kat. Nr. B 2
Gianfrancesco Penni (1488-1528) zugeschrieben
Die Heilige Familie mit dem Lamm

Holz, 27,9 x 21,6 cm (11 x 8½ inch.)
Wilton House (Salisbury), Slg. Earl of Pembroke
Earl of Pembroke Collection
Kat. Wilton House, 1968, Nr. 215

Abbildung 30
Abbildung 30
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Kopie nach Raffael, Die Hl. Familie mit dem Lamm,
Wilton House, Sammlung Earl of Pembroke


Bereits vor 1730 in der Slg. Earl of Pembroke, Wilton House. Wahrscheinlich erworben von Thomas, 8. Earl of Pembroke († 1733).

„Die Jungfrau, die ein rotes und blaues Kleid trägt, mit Joseph in Blau und Braun, der sich hinter ihr auf seinen Stab lehnt, hält das Christuskind, das sich auf das Lamm zu ihren Füßen gesetzt hat. Hintergrund aus felsigen Hügeln mit Gebäuden und Bäumen... Es gibt andere Kopien in europäischen Galerien nach Raffaels Meisterwerk von 1507 im Prado zu Madrid, Nr. 296.“ (Kat. Wilton House, 1968).
Das Gemälde, das leider nicht zur Kasseler Ausstellung ausgeliehen werden konnte, entspricht in seinen Dimensionen und im sehr knappen Bildausschnitt (das Bein des Lamms berührt fast die untere Bildkante, geringe Höhe des Himmels über Josephs Kopf) in etwa dem Gemälde in Reinhartshausen (27,9 x 21,6 cm zu 27,8 x 22,3 cm, vgl. Kat. Nr. B 1). Es könnte daher auch mit dem Gemälde identisch sein, das 1676/77 aus Urbania dem Großherzog Cosimo III. de Medici angeboten wurde (C. Pedretti, 1989). Die Pflanzen im Vordergrund sind deutlich ausgebildet und folgen in ihrer Gesamtheit dem Vorbild Angers (Kat. Nr. 2), das in dieser Zone weniger gut erhalten ist. Einzelmotive (Löwenzahn, Huflattich, weiß blühende Blume links) gehen direkt auf das Lee-Gemälde zurück.
Die Landschaft links ist stark vereinfacht; es fehlt der Baum am linken Bildrand, der breite Weg hinter der Gewässer-Zone, auf dem keine Figurengruppe auszumachen ist, führt zum Gebäude, das nur silhouettenhaft zwischen den umgebenden Bäumen erscheint. Noch schwächer sind die Berge mit dem Kastell und die in der Ferne ausgebildet. Der Baum im Rücken Josephs entspricht den Exemplaren im Museum Angers (Kat. Nr. 2) und ehem. Reinhartshausen (Kat. Nr. B 1), ebenso die Wiedergabe der kleinen Bäumchen am rechten Bildrand.
Die Köpfe der Figuren, jeweils ohne Nimbus, erscheinen vereinfacht und im Ausdruck zurückgenommen. Der Schleier der Hl. Maria und ihr ornamentierter Brustsaum sind kaum mehr sichtbar.
Obwohl das Gemälde in den wesentlichen Zügen der Figurenkomposition und des Vordergrundes mit den Exemplaren im Prado, in Angers und in Reinhartshausen weitgehend übereinstimmt, spricht die summarische und abgekürzte Wiedergabe des Mittel- und Hintergrundes nicht dafür, daß der Raffael-Mitarbeiter Gianfranceso Penni diese Kopie ausgeführt hat.
Die mit Penni in Verbindung gebrachten Arbeiten wie z.B. die „Krönung Mariens von Monteluce“, Rom Vatikan; Heimsuchung und Kreuztragung, Lo Spasimo; Transfiguration Christi, alle in Madrid, Prado; Hl. Lukas malt die Madonna, Rom, Accademia di S. Luca, Geißelung Christi, Rom, S. Maria in Prassede (vgl. S. Ferino-Pagden, Ausst. Kat. Giulio Romano, Mantua 1989, S. 65 ff., Abb. S. 66, 72; F. Ambrosio, Giulio Romano, Mailand 1991, S. 8/9, Abb. 10; G. Kraut, Lukas malt die Madonna, Worms 1986, S. 59 ff., Abb. 13) erweisen jedoch diesen Schüler und Gehilfen Raffaels als einen zwar etwas trockenen und kleinteiligen, aber dennoch versierten Maler. Trotz ihrer ins 18. Jahrhundert zurückreichenden Tradition ist die Zuschreibung an Penni kaum aufrechtzuerhalten; das Bild dürfte von einem anonymen Nachfolger aus der 1. Hälfte das 16. Jahrhunderts stammen.

 

Lit.: J. A. Crowe - G. B. Cavalcaselle, 1883, S. 268, Anm.* – Sidney, 16th Earl of Pembroke, A Catalogue of the paintings and drawings in the collection at Wilton House, Salisbury, London-New York 1968, S. 80, Nr. 215, Abb. 83

 

Farbtafel X
Farbtafel X
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Kopie nach Raffael, Die Hl. Familie mit dem Lamm,
Wilton House (Salisbury), Slg. Earl of Pembroke



Kat. Nr. B 3
Gianfrancesco Penni (1488-1528) zugeschrieben
Die Heilige Familie mit dem Lamm

Holz, ca. 17 x 26 cm
ehem. London, Slg. Lord Northbrook

Abbildung 31
Abbildung 31
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Variante nach Raffael, Die Hl. Familie mit dem Lamm,
ehem. London, Sammlung Lord Northbrook


Diese zum Querformat veränderte Variante war bereits im 19. Jahrhundert bekannt. O. Fischel beschrieb sie 1934 folgendermaßen: „Eine andere Behandlung dieser Komposition in der Lord Northbrook Sammlung wurde Raffaels Schüler Giovanni Francesco Penni zugeschrieben. Die Landschaft wurde verändert und vergrößert, und Raffaels Komposition infolgedessen deformiert.“
Noch weniger als die Kopie der Slg. Pembroke (Kat. Nr. B 2) kommt diese Version, die die Figurengruppe in der kanonischen Form recht genau überliefert, als ein Werk des G. F. Penni in Betracht. Durch die Ausweitung des Bildformats - besonders nach links - und durch die Verkleinerung ergibt sich ein neuer, miniaturartiger Charakter. Zwar gehört der Baum rechts neben Joseph noch zur originalen Komposition, die übrige Landschaft wird jedoch nach links bedeutend erweitert, mit üppiger Vegetation im Vordergrund, einem mächtigen Laubbaum am linken Bildrand und dem kirchenähnlichen Gebäude auf einer Anhöhe, zu der ein Weg mit Staffagefiguren (Flucht nach Ägypten) führt. Den Mittelgrund durchzieht ein breiter Strom, hinter dem sich eine weite Fernlandschaft mit Gebäuden und winzigen Staffagefiguren entwickelt.
Ohne Kenntnis des Originals ist die zeitliche Einordnung dieses Bildes überaus schwierig. Der Maler scheint Kenntnis einer der bekannten Fassungen (Madrid bzw. Kat. Nr. 1-5) gehabt zu haben; sein Verzicht auf den „Baum im Rücken Josephs“ legt die Exemplare Lee, Madrid und Kassel als mögliche Vorbilder nahe. Gesamtanlage und Details der weiten Landschaft sprechen für eine Entstehung im 16. Jahrhundert.

 

Lit.: J. A. Crowe - G. B. Cavalcaselle, 1883, S. 268 Anm.* – Lee of Fareham, 1934, S. 14 (0. Fischel) – L. Dussler, 1966, S. 44 – L. Dussler, 1971, S. 11 – J. M. Lehmann, 1980, S. 212 – J. Meyer zur Capellen, 1989, S. 109, Anm. 11


Kat. Nr. B 4
Italienischer Meister, 16. Jahrhundert
Die Heilige Familie mit dem Lamm

Pappelholz, 43,8 x 38 cm
Warschau, Nationalmuseum, Inv. Nr. 794

Abbildung 32
Abbildung 32
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Variante nach Raffael, Die Hl. Familie mit dem Lamm,
Warschau, Nationalmuseum


Vermutlich aus der Slg. Perez, Valencia (vgl. Kat. Warschau 1865); Slg. C. Lachnicki, Warschau; Geschenk an das Museum 1908.

Freie, in vielen Teilen veränderte Variante der Komposition Raffaels. Während die Figuren der Maria und des Christuskindes sich noch am Vorbild Lee orientieren (auch die Blumen im Vordergrund in abgewandelter, reicherer Form), läuft der Hl. Joseph nun - von Maria nach rechts abgerückt - auf die Gruppe zu, wobei auch sein rechtes Bein sichtbar wird. Er wird von einem Maultier begleitet, das seinen Kopf von rechts ins Bild hineinschiebt. Rechts dahinter ein Bäumchen in der bekannten Façon; der „Baum im Rücken Josephs“ fehlt. Durch den Mittelgrund zieht ein breiter Strom; links am Ufer werden hohe Gebäude und ein Kastell sichtbar. Im Hintergrund Bergformationen, ähnlich denen des Lee-Gemäldes; die Staffagefiguren der „Flucht nach Ägypten“ im Mittelgrund fehlen.
Das Gemälde wurde bisher als Kopie des 1. Viertels des 16. Jahrhunderts angesprochen; dies erscheint im Vergleich mit den sehr getreuen Wiederholungen und Kopien aus etwa dieser Zeit (Kat. Nr. 2, 3, B 1) zu früh. Die wenigen für den „Zeitstil“ charakteristischen Elemente (das Maultier, die Landschaft) lassen eher eine Entstehung um die Mitte des 16. Jahrhunderts oder danach angezeigt erscheinen. Die naturwissenschaftlich-technologischen Untersuchungen deuten darauf hin, daß das Bild noch im 16. Jahrhundert entstanden ist (vgl. Kat. Warschau 1979).
Der Erhaltungszustand des Gemäldes ist eher mäßig; die Holztafel ist leicht gewölbt; Fehlstellen sind über die gesamte Bildoberfläche verteilt, Brüche in der Farbschicht und in der Grundierung sind selten. Restaurierung 1938 durch B. Marconi.

 

Lit.: Katalog obrazòw zbioru p. Cypryana Lachnickiego, S. 11-12, Nr. 54, Warschau 1865 – Czesc zbioròw C. Lachnickiego w. Warszawie, Warschau – Krakau 1903, Abb. 17 – W. Tartarkiewicz, Die Bilder des Warschauer Museums, in: Zeitschrift für bildende Kunst, N. F., XXI, 1910, S. 262 – J. Starzynski - M. Walicki, Katalog Galerii malarstwa Obcego, Muzeum Narodowe w Warszawie, Warschau 1938, Nr. 51 – J. Bialostocki, Galeria Malarstwa Obcego, Malarstwo wolskie, hiszpanskie, francuskie, XV, XVI, XVII, XVIII wieku, Warschau 1955, S. 17-18 – Muzeum Narodowe w Warszawie, Galeria Malarstwa Obcego Przewodnik, wyd. II, Warschau 1964, S. 69, 115 – Malarstwo Europejskie, Katalog zbioròw, Muzeum Narodowe w Warszawie, I-1967; II-1969; Engl. Ausg.: Catalogue of Paintings, Foreign Schools, The National Museum in Warsaw, 1-1969; II-1970; Warschau 1967, Nr. 1025 – J. M. Lehmann, 1980, S. 212 – J. Meyer zur Capellen, 1989, S. 109 Anm. 11



Kat. Nr. B 5
Italienischer Meister, 16. Jahrhundert
Die Heilige Familie mit dem Lamm

Holz, 30,4 x 22,3 cm
Rom, Galleria Corsini, Inv. Nr. 249
Slg. Principi Corsini, 1883

Abbildung 33
Abbildung 33
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Kopie nach Raffael, Die Hl. Familie mit dem Lamm,
Rom, Galleria Corsini

Diese sehr summarische Kopie mit ihren Vergröberungen in den Gesichtern der Figuren, in deren Gewandbehandlung und darüber hinaus auch in der Landschaft wurde in der neueren Literatur stets übergangen; die letzte Erwähnung findet sich bei J. A. Crowe und G. B. Cavalcaselle (1883). Mit dem Baum im Rücken Josephs, dem Baum am linken Bildrand und den beiden Bäumchen rechts steht sie in der Nachfolge der Exemplare in Angers (Kat. Nr. 2) und ehem. Reinhartshausen (Kat. Nr. B 1). Alle Figuren waren mit einem Nimbus ausgestattet; der Nimbus der Hl. Maria ist jedoch kaum mehr sichtbar.

Die Sammlung der Prinzen Corsini geht im wesentlichen auf das 18. Jahrhundert zurück, als Kardinal Neri Corsini, der Neffe Papst Clemens XII., im Palazzo Corsini eine Gemäldesammlung, eine große Bibliothek und eine umfangreiche Sammlung von Zeichnungen und graphischen Blättern anlegte. In den Inventaren des 18. und des frühen 19. Jahrhunderts wird die kleine Kopie nach Raffael jedoch nicht erwähnt.
Es ist daher anzunehmen, daß das Gemälde um die Mitte des 19. Jahrhunderts vom Prinzen Tommaso Corsini erworben wurde, der auch im Jahr 1868 von Luisa Corsini in Florenz eine Gruppe von Gemälden des 13. bis 15. Jahrhunderts ankaufte (frdl. Mitt. von Dr. Sivigliano Alloisi, Galleria Corsini).
Aus der Bildakte geht hervor, daß die Kopie zunächst als Perino del Vaga, dann als Kopie nach Raffael, zuletzt als „Toskanische Schule des 16. Jahrhunderts“ geführt wurde.

Das Gemälde ist seit Jahren deponiert.

Lit.: J. A. Crowe - G. B. Cavalcaselle, 1883, S. 268, Anm.*



Kat. Nr. B 6
Unbekannter Meister, 16. Jahrhundert (?)
Die Heilige Familie mit dem Lamm

Material und Maße unbekannt
Verbleib unbekannt
Foto: Kunsthistorisches Institut Florenz,
Neg. Nr. 21 037

Abbildung 34
Abbildung 34
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Kopie nach Raffael, Die Hl. Familie mit dem Lamm, Verbleib unbekannt.
Foto: Kunsthistorisches Institut Florenz

Diese nur von der Fotografie her bekannte Kopie zeigt die Figurengruppe etwa entsprechend dem Gemälde im Prado (Farbtafel III), mit dem auch einige Details (dichter Schleier der Hl. Maria, Kirchengebäude und Kastell, fehlender Baum im Rücken Josephs u.a.) in Verbindung zu bringen sind. Offenbar geht der reiche Pflanzenbewuchs im Vordergrund über alle bekannten Exemplare (auch das Madrider Bild) hinaus. Eigentümlich sind die Vereinfachungen im Mittelgrund (der Baum links fehlt völlig) und die zwei Bäumchen am rechten Bildrand, die wie vom Sturm bewegt erscheinen.
Die Köpfe der Hl. Maria und des Hl. Joseph wirken gröber und im Ausdruck leerer; der ornamentierte Brustsaum Mariens scheint nur bis zu einem gewissen Grad ausgeführt worden zu sein. In der Qualität erscheint diese Kopie schwach; über den Erhaltungszustand lassen sich keine Aussagen machen.

Lit.: J. Meyer zur Capellen, 1989, S. 109 Anm. 11, Nr. 16



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